Pressemitteilung zum Equal Pay Day am 18. März 2018

Frauen Union Karlsruhe und Ingo Wellenreuther MdB:

Gleiche Entlohnung bei Verrichtung gleicher Arbeit bleibt das Ziel

 

Zum Equal Pay Day 2018 erklären die Kreisvorsitzende der Frauen Union Karlsruhe, Stadträtin Dr. Rahsan Dogan, und der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther:

 

Der Gedanke des Equal-Pay Gap wird in der Gesellschaft vielfach diskutiert und auch in Unternehmen thematisiert. Dennoch verdienen Frauen in einigen Berufen bei Verrichtung gleicher oder gleichwertiger Tätigkeit nach wie vor weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies ist nicht nur in technischen Berufen Realität, sondern auch im akademischen Bereich.

Laut Veröffentlichung einer Studie des Soldan Instituts in 2017 wurde bei den angestellten Anwältinnen mit bis zu acht Jahren Berufserfahrung ein Minus von fast 24 Prozent im Vergleich zu angestellten Anwälten ermittelt. Frauen fehlt offenbar oft der Mut bei Gehaltsverhandlungen, mit derselben Sicherheit aufzutreten wie ihre männlichen Mitbewerber. Dies wird uns von Frauen immer wieder bestätigt. Wir wollen Frauen ermutigen, selbstbewusster aufzutreten und sichtbar zu machen, welche Leistungen und Nutzen sie für das Unternehmen bringen und gleiche Entlohnung einzufordern. Unternehmen ihrerseits müssen schon im Sinne eines guten Betriebsklimas und Images naturgemäß ein Interesse entwickeln, Entgeltdiskriminierung abzubauen.

Eine Ungleichheit im Lohnniveau spiegelt sich im Alter auch im Rentenniveau wieder. Zu den Gründen der Lohnlücken zählt auch die Teilzeitarbeit, die häufiger von Frauen, insbesondere Müttern in Anspruch genommen werden. Mit der Ausweitung des Anspruchs auf einen Betreuungsplatz wurden in der letzten Legislaturperiode des Bundestages rechtliche Grundlagen geschaffen, um Müttern, insbesondere nach der Erziehungsphase, die Rückkehr in eine Vollzeitbeschäftigung zu erleichtern. Für uns ist es selbstverständlich, dass Frauen bei Verrichtung gleicher Arbeit den gleichen Lohn wie Männer bekommen sollen. Dies entspricht dem Prinzip der Gleichbehandlung und der Gerechtigkeit.

Pressemitteilung zum Internationalen Frauentag

Frauen Union Karlsruhe fordert mehr Sicherheit im öffentlichen Raum für Frauen und Mädchen - wir wollen die Nacht zurück!    

 

„Das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum ist vor allem für Frauen und Mädchen auch in Karlsruhe ein immer größer werdendes Problem. Während andere Deliktsarten in Karlsruhe laut polizeilicher Kriminalstatistik in 2016 rückläufig waren, sind die Fälle sexueller Beleidigungen und Übergriffe um 28,2 Prozent angestiegen. Für 2017 sind die Prognosen ebenfalls ernüchternd. Zumeist sind Frauen und Mädchen Opfer verbaler oder körperlicher Übergriffe. Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, so Stadträtin Bettina Meier-Augenstein.      

„Immer mehr Frauen beklagen mangelnde Sicherheit auf einigen Plätzen in Karlsruhe, so etwa im Bereich Europaplatz, Stephansplatz und Kronenplatz. Vor allem in den Abendstunden trauen sich viele Frauen nicht alleine an den Haltestellen zu warten. Nicht jede Frau kann sich ein Taxi leisten. Es darf nicht sein, dass Frauen und Mädchen sich in ihrer Freiheit einschränken müssen. Es ist wichtig, dass Frauen und Mädchen sich auch abends, sei es beruflich oder privat veranlasst, in unserer Stadt sicher bewegen können. Viele im Einzelhandel, in Kliniken und Pflegeheimen berufstätige Frauen, die bis Geschäftsschluss oder in Spätschicht arbeiten müssen, machen sich berechtigte Sorgen um den sicheren Nachhauseweg“ ergänzt Christel Amann.

„Es müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, die der Prävention von Straftaten dienen und im Falle von Straftaten deren Aufklärung erleichtern. In den Straßenbahnen konnte nach Einführung der Videoüberwachung durch die KVV ein deutlicher Rückgang von Straftaten verzeichnet werden. Nicht jeder Täter, aber viele Täter werden durch eine Videokamera abgeschreckt und in vielen Fällen kann der Täter aufgrund der Videoaufzeichnung ermittelt werden. Wir wollen, dass das Thema Sicherheit für Frauen und Mädchen  in Karlsruhe von Behörden und Rathaus priorisiert bearbeitet wird, insbesondere geeignete ordnungsrechtliche Maßnahmen in die Wege geleitet werden!“ fordert die Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union Rahsan Dogan.

Frauen Union Karlsruhe: Das Schaffen von Kinderbetreuungsplätzen muss jetzt Priorität haben!

Frauen Union Karlsruhe: Das Schaffen von Kinderbetreuungsplätzen muss jetzt Priorität haben!

 


Im Jahr 2013 wurde der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr geschaffen. Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist gegebenenfalls auch gerichtlich einklagbar.

 

"Gleichwohl müssen wir feststellen, dass in Karlsruhe nach wie vor erhebliche Defizite bestehen. Im Jahr 2016 lebten in Karlsruhe 17.033 Kinder, davon 8.844 über drei bis sechs Jahren und 8.189 unter drei Jahren. Stand März 2017 konnten in Karlsruhe für die Kinder über drei Jahren 7.829 Betreuungsplätze angeboten werden, mithin fehlten 1.015 Plätze. Bei den Kindern von drei bis sechs Jahren sollte jedoch eine Betreuungsquote von nahezu 100 % erreicht werden, was derzeit nicht der Fall ist. Hier brauchen wir in Karlsruhe eine Vollversorgung mit Betreuungsplätzen. Vor allem das letzte Kindergartenjahr, auch Vorschuljahr, dient der gezielten Vorbereitung auf den Schuleintritt, deswegen ist es besonders wichtig, dass für diese Altersgruppe ausreichend Plätze angeboten werden" fordert Stadträtin Rahsan Dogan, Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union.  

 

Stadträtin Bettina Meier-Augenstein erklärt: "Aktuell fehlen laut Information der Stadtverwaltung Stand November 2017 für Kinder von drei bis sechs Jahren immer noch etwa 1000 Betreuungsplätze. Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung eingerechnet, erreichen wir in absehbarer Zeit sogar ein Defizit von 2000 Plätzen. Die Stadtverwaltung ist bislang nicht im Stande den aktuellen Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken oder die Öffentlichkeit zu informieren, ob und in welchem Zeitrahmen sie weitere Betreuungsplätze gegebenenfalls auch unter Einbeziehung privater Träger plant."

 

"Viele Eltern sind berufstätig. Auch leben und arbeiten in Karlsruhe viele alleinerziehende Elternteile. Für viele Arbeitnehmer ist die Frage des ausreichenden Betreuungsangebots von Kindern unter sechs Jahren auch ausschlaggebend bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Wenn Karlsruhe hier keine ausreichenden geeigneten Angebote aufweisen kann, wird sich dies auf die Entscheidung für Karlsruhe als Arbeitsort negativ auswirken.  

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt notwendig voraus, dass ausreichend Betreuungsplätze für die Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr in den Kommunen angeboten werden. 

Wir fordern die Stadtverwaltung daher auf, diesem wichtigen Thema endlich Priorität zu geben!" so Christel Amann.  

Frauen Union Karlsruhe und Ingo Wellenreuther MdB: Moderate Reform des Landtagswahlrechts notwendig, um Frauen und Großstädte im Landtag zu repräsentieren

„Wir sehen uns als in der Großstadt lebende Frauen im Landtag nicht repräsentiert. Der Landtag von Baden-Württemberg hat aktuell im bundesweiten Vergleich die wenigsten weiblichen Abgeordneten. Bis zur Landtagswahl 2016 waren die beiden Karlsruher Wahlkreise mit zwei weiblichen Abgeordneten der CDU im Landtag von Baden-Württemberg vertreten. Wir wollen, dass Frauen, die die Hälfte der Bevölkerung stellen, auch mit einer entsprechend starken Stimme im Landtag vertreten sind“, sagt die Vorsitzende der Frauen Union Karlsruhe, Stadträtin Dr. Rahsan Dogan.

 

„Mit einer moderaten Reform des Landtagswahlrechts, wie von der Frauen Union Baden-Württemberg und auch Teilen der baden-württembergischen CDU vorgeschlagen sowie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, sehen wir realistische Chancen, dass auch christdemokratische Landtagskandidatinnen aus Großstädten in den Landtag einziehen können. Es ist bedauerlich, dass die Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion gegen klare Vereinbarungen im Koalitionsvertrag gestimmt haben. Ein formeller Beschluss war unnötig, ein Stimmungsbild einzuholen wäre völlig ausreichend gewesen, um mit den Grünen anschließend eine einvernehmliche Lösung erzielen zu können“, erklärt der Kreisvorsitzende der CDU Karlsruhe, Ingo Wellenreuther MdB.

 

Die Bevölkerung in Ballungszentren braucht eine starke CDU-Fraktion im Landtag, die ihre Interessen repräsentiert und sich für ihre spezifischen Anliegen einsetzt. „Wir bedauern es sehr, dass nun Uneinigkeit darüber besteht, die im Koalitionsvertrag zwischen der CDU und den Grünen vereinbarte Reform des Landtagswahlrechts anzugehen und umzusetzen. Wir würden es sehr begrüßen, wenn doch noch ein Einverständnis über eine moderate Reform des Landtagswahlrechts erzielt werden kann“, so Dogan und Wellenreuther.

 

Die CDU Karlsruhe hatte für die Landtagswahl 2016 mit den amtierenden Landtagsabgeordneten Bettina Meier-Augenstein und Katrin Schütz zwei Frauen als Direktkandidatinnen nominiert. Bei der Wahl gingen allerdings beide Mandate verloren. „Die großen Städte bleiben derzeit mit ihren vielschichtigen Problemen auf der Strecke. Es fehlt die notwendige Repräsentanz und Stimme im Landtag. Eine Änderung des Landtagswahlrechts ist eine Chance für die CDU in großen Städten, die nicht vertan werden sollte“, so Dogan und Wellenreuther abschließend.