Frauen Union Karlsruhe: Das Schaffen von Kinderbetreuungsplätzen muss jetzt Priorität haben!

Frauen Union Karlsruhe: Das Schaffen von Kinderbetreuungsplätzen muss jetzt Priorität haben!

 


Im Jahr 2013 wurde der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr geschaffen. Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist gegebenenfalls auch gerichtlich einklagbar.

 

"Gleichwohl müssen wir feststellen, dass in Karlsruhe nach wie vor erhebliche Defizite bestehen. Im Jahr 2016 lebten in Karlsruhe 17.033 Kinder, davon 8.844 über drei bis sechs Jahren und 8.189 unter drei Jahren. Stand März 2017 konnten in Karlsruhe für die Kinder über drei Jahren 7.829 Betreuungsplätze angeboten werden, mithin fehlten 1.015 Plätze. Bei den Kindern von drei bis sechs Jahren sollte jedoch eine Betreuungsquote von nahezu 100 % erreicht werden, was derzeit nicht der Fall ist. Hier brauchen wir in Karlsruhe eine Vollversorgung mit Betreuungsplätzen. Vor allem das letzte Kindergartenjahr, auch Vorschuljahr, dient der gezielten Vorbereitung auf den Schuleintritt, deswegen ist es besonders wichtig, dass für diese Altersgruppe ausreichend Plätze angeboten werden" fordert Stadträtin Rahsan Dogan, Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union.  

 

Stadträtin Bettina Meier-Augenstein erklärt: "Aktuell fehlen laut Information der Stadtverwaltung Stand November 2017 für Kinder von drei bis sechs Jahren immer noch etwa 1000 Betreuungsplätze. Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung eingerechnet, erreichen wir in absehbarer Zeit sogar ein Defizit von 2000 Plätzen. Die Stadtverwaltung ist bislang nicht im Stande den aktuellen Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken oder die Öffentlichkeit zu informieren, ob und in welchem Zeitrahmen sie weitere Betreuungsplätze gegebenenfalls auch unter Einbeziehung privater Träger plant."

 

"Viele Eltern sind berufstätig. Auch leben und arbeiten in Karlsruhe viele alleinerziehende Elternteile. Für viele Arbeitnehmer ist die Frage des ausreichenden Betreuungsangebots von Kindern unter sechs Jahren auch ausschlaggebend bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Wenn Karlsruhe hier keine ausreichenden geeigneten Angebote aufweisen kann, wird sich dies auf die Entscheidung für Karlsruhe als Arbeitsort negativ auswirken.  

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt notwendig voraus, dass ausreichend Betreuungsplätze für die Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr in den Kommunen angeboten werden. 

Wir fordern die Stadtverwaltung daher auf, diesem wichtigen Thema endlich Priorität zu geben!" so Christel Amann.