Frauen Union Karlsruhe zum Internationalen Frauentag:

„Ausmaße an häuslicher Gewalt an Frauen sind besorgniserregend!“

 

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums Ende 2018 sind im Jahr 2017 im Südwesten 19 Frauen von ihrem Partner getötet worden. Die Behörden registrierten in 2017 insgesamt 12.012 Fälle von Gewalt durch den Partner, darunter 2.100 Taten gegen Männer und 9.912 gegen Frauen. Das Ministerium gab an, dass für 2018 eine Verschlechterung der Zahlen zu befürchten sei. Auffällig dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren der Anstieg der Todesfälle unter den weiblichen Opfern.

„Es ist besorgniserregend, dass die Zahl häuslicher Gewalt derart zunimmt. Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die entsprechend verfolgt und geahndet werden muss und in der Gesellschaft enttabuisiert werden muss! Als Gesellschaft müssen wir hier sensibler reagieren und dürfen nicht wegschauen, wenn wir im Bekanntenkreis oder im Umfeld Anzeichen für Gewalt im häuslichen Bereich sehen“, so die Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union Dr. Rahsan Dogan. 

 

„In Karlsruhe finden Frauen vorübergehenden Schutz im Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen sowie im Frauenhaus des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V.. Bei steigenden Fallzahlen allen hilfesuchenden Frauen, teilweise Mütter mit Kindern, Schutz und Zuflucht zu bieten, ist für beide Frauenhäuser eine Herausforderung, die sie nur mit Unterstützung von Stadt und Landkreis stemmen können. Daher hat sich die CDU-Fraktion für den aktuellen Doppelhaushalt für einen Zuschuss an beide Frauenhäuser eingesetzt. Wir wollen auch in Zukunft das Engagement der Frauenhäuser unterstützen, erklärt Stadträtin Bettina Meier-Augenstein.  

 

Christel Amann führt aus: „Die Dunkelziffer der Gewalt im häuslichen Bereich liegt noch höher. Viele Opfer wagen aus Angst oder Scham nicht den Schritt, die Polizei oder die Gerichte um Hilfe zu bitten, sondern schweigen. Es ist wichtig, die Betroffenen auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Unter der kostenfreien Rufnummer 08000116016, bei der jeder Anruf anonym bleibt und nicht auf der Telefonrechnung erscheint, können misshandelte Frauen und Kinder 24 Stunden täglich Hilfe suchen. Die Fachberaterinnen leisten psychosoziale Erstberatung sowie Krisenintervention und vermitteln auf Wunsch an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weiter, etwa an eine Frauenberatungsstelle oder ein Frauenhaus in der Nähe.“