Beiträge

60 Jahre Frauen Union Nordbaden

Ein Anlass auch über die Frauen zu recherchieren, die unsere Frauen Union Karlsruhe-Stadt nicht nur mit ihren sympathischen Gesichtern, sondern auch mit tollen Ideen, Tatkraft und Zielen geprägt haben. Von den Anfängen in 1964 bis heute, nachzulesen auf S.42/43 der Jubiläumsbroschüre der Frauen Union Nordbaden (www.fu-nordbaden.de).

 

 

Frauen Union Karlsruhe-Stadt im Austausch mit dem Verein zum Schutz misshandelter Frauen und deren Kinder e.V.

Der Besuch der Frauen Union Karlsruhe am 14. März bei der Frauenberatungsstelle des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen und deren Kinder e.V. in der Kriegsstr. 148 hat interessante Einblicke nicht nur in die Einrichtung selbst, sondern auch in Organisation und Arbeitsfelder des Vereins, der auch Träger eines der beiden Frauenhäuser in Karlsruhe ist, gegeben. 

„In der offenen Gesprächsatmosphäre konnten wir ganz neue Einblicke in Struktur und  Alltagsarbeit des Vereins sowie der beiden Einrichtungen, Frauenberatungsstelle und Frauenhaus, erhalten. Die Arbeit, die die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder des Vereins und den angestellte Mitarbeiterinnen der Einrichtungen leisten, ist bemerkenswert. Frauen und Kinder, die aus konfliktreichen Beziehungen, in denen sie Opfer physischer oder auch psychischer Gewalt geworden sind, entfliehen, haben in der Frauenberatungsstelle eine wichtige Anlaufstelle und notfalls im Frauenhaus auch vorübergehenden Schutz. Die Frauenberatungsstelle erfüllt eine ganz zentrale Arbeit, die Rechtsanwältinnen oder Justiz so nicht leisten können. Rechtsanwälte beraten die Betroffenen über ihre rechtlichen Möglichkeiten. Polizei und Gerichte können Schutzmaßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz anordnen. Aber die Frauen in ihrer ersten Not aufzufangen, ihnen Anleitung zur Selbsthilfe zu geben, beispielsweise durch Hilfestellung bei Anträgen zum Gewaltschutzgesetz wie Wohnungszuweisung und Näherungsverbot, leistet allein die Frauenberatungsstelle“, hebt die Vorsitzende der Frauen Union Karlsruhe-Stadt, Dr. Rahsan Dogan hervor.      

Stadträtin Karin Wiedemann ergänzt: „Das in der Frauenberatungsstelle angesiedelte Kinderprojekt, wo Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 – 17 Jahren, die unter konfliktreichen Elternbeziehungen leiden, in wöchentlicher sozialpädagogischer Betreuung geholfen wird, ist in Karlsruhe in dieser Form einmalig. Kinder können sich dort auf Verschwiegenheit verlassen und im geschützten Raum ihre Probleme berichten. Wichtig ist, dass betroffene Kinder auch kurzfristig einen Termin bekommen. Wir werden diese guten Projekte des Vereins daher auch in Zukunft politisch unterstützen!“

Die Vorsitzende des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen und deren Kinder Gabriele Schneider betont, dass die Einrichtungen und Projekte vor allem durch Spenden und Zuschüsse finanziert werden. „Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit von unseren Einrichtungen weiß und betroffene Frauen die Anlaufstellen kennen. Ohne die Unterstützung durch Politik und Gesellschaft kann vielen betroffenen Frauen und Kindern nicht geholfen werden. Und der Bedarf an Schutz ist groß, die Plätze im Frauenhaus reichen nicht mehr aus, da die Zahl der Schutzsuchenden steigt.“ Die Geschäftsstellenleiterin des Vereins Ulrike Stihler weist darauf hin, dass Wohnungssuche ein echtes Problem darstellt und in Einzelfällen sogar die Gefahr besteht, Frauen, die nach langem Aufenthalt im Frauenhaus keine Wohnung finden, in die Obdachlosigkeit entlassen zu müssen. „Das Problem der Wohnungssuche bereitet uns große Sorge. Hier besteht echter Handlungsbedarf!“ so Ulrike Stihler.     

 

 

Pressemitteilung zum 18. März 2019

Frauen Union Karlsruhe und Ingo Wellenreuther MdB:

Gleiche Entlohnung bei Verrichtung gleicher Arbeit bleibt das Ziel

 

Zum Equal Pay Day 2019 erklären die Kreisvorsitzende der Frauen Union Karlsruhe, Stadträtin Dr. Rahsan Dogan, und der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther:

 

Im Jahr 2018 hat sich am Lohngefälle zwischen Männern und Frauen leider nichts verändert: Wie das Statistische Bundesamt zum Equal Pay Day am 18. März mitteilt, erzielten Frauen branchenübergreifend einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 17,09 Euro und damit 21 % weniger als Männer 21,60 Euro.

 

Rund drei Viertel des Verdienstunterschiedes ist strukturbedingt, da Frauen immer noch häufiger in Branchen oder Berufen arbeiten, in denen ein niedriger Lohn bezahlt wird. Aufgrund familiärer Verpflichtungen arbeiten sie auch häufiger als Männer in Teilzeit oder Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro Stunde weniger.

 

Das verbleibende Viertel des Verdienstunterschieds ist jedoch darauf zurückzuführen, dass Frauen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und gleicher Qualifikation pro Stunde etwa 6 % weniger als Männer verdienten.

 

Dies ist nicht nur in technischen Berufen Realität, sondern auch im akademischen Bereich anzutreffen. Diese Ungleichheit im Lohnniveau spiegelt sich letztlich im Alter auch im Rentenniveau wieder.

„Für uns ist es selbstverständlich, dass Frauen bei Verrichtung gleicher Arbeit den gleichen Lohn wie Männer erhalten sollen. Dies entspricht dem Prinzip der Gleichbehandlung und der Gerechtigkeit. Wir wollen Frauen daher weiter ermutigen, bei Gehaltsverhandlungen selbstbewusst aufzutreten und gleiche Entlohnung einzufordern. Unternehmen müssten viel besser erkennen, welchen Gewinn Arbeitnehmerinnen für ihr Unternehmen bringen. Außerdem müssten Unternehmen schon im Sinne eines guten Betriebsklimas und positiven Images naturgemäß ein Interesse entwickeln, Entgeltdiskriminierung gar nicht erst entstehen zu lassen“, so Dogan und Wellenreuther.

Bezirksdelegiertentag und 60 Jahre Frauen Union Nordbaden

Beim Bezirksdelegiertentag der Frauen Union Nordbaden am Freitag Abend wurde nicht nur deren 60jähriges Bestehen mit einem spannenden  Vortrag der ersten deutschen Bewerberin als Astronautin Dr. Lisa Haas  gefeiert,  sondern auch der Vorstand neu gewählt. Wir Karlsruherinnen freuen uns, dass wir mit Unterstützung unserer Delegierten im neu gewählten Bezirksvorstand stark vertreten sind. Wir gratulieren der bisherigen und wiedergewählten Bezirksvorsitzenden StS Katrin Schütz zu ihrem überzeugenden Ergebnis und den drei Beisitzerinnen aus unseren Reihen, Marthamaria Drützler-Heilgeist, Dr. Marta Schmidt und Birgit Schrandt zur Wahl. Wir wünschen allen Gewählten eine glückliche Amtsführung und eine erfolgreiche Arbeit!

 

 

Frauen Union Karlsruhe zum Internationalen Frauentag:

„Ausmaße an häuslicher Gewalt an Frauen sind besorgniserregend!“

 

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums Ende 2018 sind im Jahr 2017 im Südwesten 19 Frauen von ihrem Partner getötet worden. Die Behörden registrierten in 2017 insgesamt 12.012 Fälle von Gewalt durch den Partner, darunter 2.100 Taten gegen Männer und 9.912 gegen Frauen. Das Ministerium gab an, dass für 2018 eine Verschlechterung der Zahlen zu befürchten sei. Auffällig dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren der Anstieg der Todesfälle unter den weiblichen Opfern.

„Es ist besorgniserregend, dass die Zahl häuslicher Gewalt derart zunimmt. Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die entsprechend verfolgt und geahndet werden muss und in der Gesellschaft enttabuisiert werden muss! Als Gesellschaft müssen wir hier sensibler reagieren und dürfen nicht wegschauen, wenn wir im Bekanntenkreis oder im Umfeld Anzeichen für Gewalt im häuslichen Bereich sehen“, so die Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union Dr. Rahsan Dogan. 

 

„In Karlsruhe finden Frauen vorübergehenden Schutz im Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen sowie im Frauenhaus des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V.. Bei steigenden Fallzahlen allen hilfesuchenden Frauen, teilweise Mütter mit Kindern, Schutz und Zuflucht zu bieten, ist für beide Frauenhäuser eine Herausforderung, die sie nur mit Unterstützung von Stadt und Landkreis stemmen können. Daher hat sich die CDU-Fraktion für den aktuellen Doppelhaushalt für einen Zuschuss an beide Frauenhäuser eingesetzt. Wir wollen auch in Zukunft das Engagement der Frauenhäuser unterstützen, erklärt Stadträtin Bettina Meier-Augenstein.  

 

Christel Amann führt aus: „Die Dunkelziffer der Gewalt im häuslichen Bereich liegt noch höher. Viele Opfer wagen aus Angst oder Scham nicht den Schritt, die Polizei oder die Gerichte um Hilfe zu bitten, sondern schweigen. Es ist wichtig, die Betroffenen auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Unter der kostenfreien Rufnummer 08000116016, bei der jeder Anruf anonym bleibt und nicht auf der Telefonrechnung erscheint, können misshandelte Frauen und Kinder 24 Stunden täglich Hilfe suchen. Die Fachberaterinnen leisten psychosoziale Erstberatung sowie Krisenintervention und vermitteln auf Wunsch an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weiter, etwa an eine Frauenberatungsstelle oder ein Frauenhaus in der Nähe.“